Intensivpflege

Intensivpflege

Intensivpflege gehört als Teilbereich zu der Krankenpflege und Behandlungspflege. Dies kann entweder stationär oder auch zu Hause als ambulante Intensivpflege stattfinden. Dieser Bedarf ist stets steigend, da sich im Laufe der Zeit, die Lebenswahrscheinlichkeit erhöht hat und somit die damit einhergehenden Erkrankungen. Ebenso ist der Intensivpflegebedarf dadurch erhöht.

Unter bestimmten Umständen, die lebensbedrohlich werden können, muss die Versorgung und Pflege von Patienten dementsprechend ausgerichtet werden. Bei einer Intensivpflege handelt es sich größtenteils um Menschen, die 24 Stunden gepflegt und betreut werden müssen. Eine professionelle Betreuung ist dafür die Voraussetzung.

Was ist eine Intensivpflege

Wenn ein Patient so eingeschränkt ist, dass eine Körperfunktion nicht mehr funktioniert, kann eine Intensivpflege notwendig werden. Das kann z. B. dann sein, wenn ein Mensch eine künstliche Beatmung braucht oder eine Überwachung von verschiedenen Funktionen nötig wird, z. B. Herz oder Nierenfunktion. Dabei brauchen die zu pflegenden Patienten oftmals eine Betreuung und Pflege rund um die Uhr.

Was bedeutet Intensivpflege im Krankenhaus

Wenn ein Patient sich auf einer Intensivstation befindet und eine dauernde Behandlung und Versorgung benötigt, spricht man von einer Intensivpflege. Dabei handelt es sich meist um Erkrankungen, die lebensbedrohlich sind, wenn sie nicht intensiv behandelt werden. Das kann eine Operation sein, nach der sich der Patient erholen muss und unter ständiger Bewachung steht oder schwere Herzinfarkte, Unfälle, etc. die diese Behandlung notwendig machen.

Was ist eine ambulante Intensivpflege

Meistens befinden sich Familien und ihre schwerkranken Angehörigen, die einen längeren Aufenthalt auf der Intensivstation benötigen, völlig außerhalb ihrer Komfortzone, da die neue Realität bedeutet, dass der Patient und seine Familie von anderen Menschen abhängig sind. Sie sind häufig mit dieser neuen Situation konfrontiert. Sobald jemand „Intensivpflege“ hört, assoziieren viele Menschen diese Worte mit kalten und sterilen Intensivstationen in Krankenhäusern und sind besorgt, wenn sie über alle Technologien und Geräte nachdenken, die auf der Intensivstation eingesetzt werden.

Wenn eine Familie die Erfahrung macht, einen geliebten Menschen schwer krank zu haben und von lebensrettenden Geräten und Technologien wie einem Beatmungsgerät und einer Tracheotomie abhängig zu sein, denken Familien oft, dass es nur wenige wahrgenommene Optionen und Alternativen gibt, wie z. B.:

  • Über einen längeren Zeitraum oder sogar auf unbestimmte Zeit auf der Intensivstation bleiben
  • Dort zu bleiben, um sich ihrem Lebensende zu nähern und zu sterben

Doch auch eine intensive häusliche Pflege ist ebenfalls eine Option und viele langfristig beatmete Erwachsene und Kinder mit Tracheotomie können zu Hause leben, mit der richtigen Unterstützungsstruktur spezieller Pflegekräfte, die eine Rund-um-die Uhr-Pflege anbieten können. Medizinische und technologische Entwicklungen und Fortschritte in den letzten Jahren und Jahrzehnten sowie eine Verlagerung von der akuten Krankenhausversorgung zur häuslichen Pflege, ermöglichen die Intensivpflege zu Hause.

Es kann sich dabei um Patienten handeln, die beatmet werden müssen oder z. B. querschnittsgelähmt sind. Die Behandlung findet dabei im wohnlichen Umfeld der Betroffenen statt oder in dafür vorgesehenen speziellen Wohngemeinschaften. Diese Art von Versorgung in vollem Umfang ausgeführt werden muss, nennt man auch Beatmungspflege oder auch als 24-Stunden-Pflege. Der Begriff der 24-Stunden-Pflege sollte aber nicht mit der gleichnamigen 24-Stunden-Betreuung verwechseln, da diese von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden muss, die eine Ausbildung in Intensivpflege absolviert haben. Die Begriffe werden oft gleich verwendet, wobei es sich bei einer 24 Stunden Betreuung um eine Hilfe handelt, die für die Grundversorgung einer pflegebedürftigen Person im Haushalt wohnt sowie im Haushalt hilft.

Da bei Patienten, die eine Intensivpflege benötigen, Lebensgefahr bestehen kann, ist es wichtig, dass die Versorgung durch Fachpersonal rund um die Uhr gewährleistet werden kann.

Welche Voraussetzungen für eine ambulante Intensivpflege gibt es

Viele Menschen müssen zwar konstant betreut, aber nicht stationär behandelt werden. So wird von der dem Krankenhaus ein Antrag auf eine ambulante Intensivpflege bei der Krankenkasse gestellt und der Hausarzt muss im Anschluss die Notwenigkeit bestätigen und die Rund-um-die Uhr- Betreuung anordnen. Dies wird durch das Sozialgesetz im Sozialgesetzbuch geregelt.

Pflegedienst

Welche Aufgaben gibt es in der ambulanten Intensivpflege

Es gibt viele unterschiedliche Bereiche in der Intensivpflege, Patienten müssen teilweise rund um die Uhr überwacht werden, Werte übermittelt und ausgewertet werden, wie im Fall einer Beatmung.

Weitere Aufgaben der Intensivpflege sind:

  • Respiratoren überprüfen
  • Legen einer Magensonde
  • Medikamente durch Kanülen verabreichen
  • Blasenkatheder legen und wechseln
  • Trachealkanülen wechseln und pflegen
  • Versorgung von Wunden
  • Spezielle Anwendungen der medizinischen Pflege

Wie wird Intensivpflege finanziert

Die Kosten, die für eine Intensivpflege außerhalb einer Klinik entstehen, werden aufgeteilt. Ein Teil wird durch die Krankenkasse gewährleisten. Einen anderen Teil übernimmt die Pflegekasse.

Dabei wird in verschiedene Bereiche unterschieden:

  • Grundpflege
  • Behandlungspflege
  • Hauswirtschaftliche Versorgung

Zu der Behandlungspflege gehören die intensivmedizinischen Aufgaben, wie z. B. das Überwachen eines beatmeten Patienten, Versorgung von Wunden, Kanülen wechseln. Die Aufgaben werden von einem Intensivpflegedienst übernommen.

Falls ein Patient überwacht werden muss, ist es wichtig, dass die Zeiten der Überwachung von ausgebildeten Pflegekräften übernommen werden, damit in einer Notsituation dementsprechend gehandelt werden kann.

Wenn Angehörige die Grundpflege übernehmen können, falls keine ständige fachmännische Überwachung stattfinden muss, können diese einen Antrag auf Pflegegeld stellen.

Dies ist im Sozialgesetzbuch V, § 37 geregelt: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/37.html#:~:text=Die%20h%C3%A4usliche%20Krankenpflege%20umfa%C3%9Ft%20die,zu%20vier%20Wochen%20je%20Krankheitsfall.

Ebenso muss ein Arzt eine Verordnung für häusliche Krankenpflege anordnen, aus der hervorgeht, dass es nötig ist, eine Intensivpflege zu erhalten und benennt die notwendigen Leistungen. Dies wird an die Krankenkasse weitergeleitet, die sämtliche Details der Intensivpflege beinhalten muss. Der Patient muss den Antrag unterschreiben und wird alle 4 Monate neu ausgefüllt werden (z. B. vom Hausarzt).

Pflegedienst

Wann wird Intensivpflege von der Krankenkasse übernommen

Wenn eine 24-Stunden-Intensivpflege ärztlich verordnet wurde, trägt die Kosten dafür die Krankenkasse. Wobei es darüber zu etlichen gerichtlichen Streitigkeiten gekommen ist. So wurden von verschiedenen Gerichten entschieden, dass Krankenkassen die Leistungen begleichen müssen, wie in einem Beispiel von einem Patienten, der eine 24-Stunden-Beatmung benötigt, dass die Krankenkasse für die Kosten dafür aufkommen muss. Dafür ist eine Pflegekraft notwendig, bzw. Pflegekräfte, die sich abwechseln, um die Überwachung zu gewährleisten.

Falls eine Behandlungspflege von der Krankenkasse abgelehnt werden sollte, ist anzuraten, den Rechtsweg zu gehen und diese einzuklagen.

Meist wird nicht realisiert, dass eine Intensivpflege zu Hause keine Pflegeleistung im Sinne des Sozialgesetzbuch SGB XI darstellt. Intensivpflege wird durch das Sozialgesetzbuch § 37 SGB geregelt und bedeutet, dass es sich hierbei um eine Behandlungspflege handelt. Diese unterscheidet sich durch die Verursachung der Behandlung durch eine Krankheit, die geheilt oder nicht schlimmer werden soll und professionelle medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Die Voraussetzung dafür ist eine ärztliche Anordnung.

Da es keine Obergrenze für Leistungen in der Behandlungspflege gibt, werden bei einer ärztlichen Anordnung von einer 24-Stunden-Intensivpflege, die Kosten ausschließlich von der Krankenkasse übernommen.

Wie bereits erwähnt, gibt es bei der Entscheidung zwischen Behandlungspflege und Grundpflege unterschiedliche Kostenträger, was bereits zu diversen Streitigkeiten von Gericht geführt hat, wenn sich Maßnahmen in der häuslichen Pflege auf Behandlungspflege und Grundpflege überschneiden. Dies kann erhebliche Kosten verursachen, denn die Grundpflege muss dann durch das Pflegegeld abgedeckt werden.

Das bedeutet, wenn 4 Stunden Behandlungspflege wegfallen, was im Monat zu 120 Stunden Pflege führt, die durch die Pflegekasse übernommen werden sollen. Dass der Betrag der Sachleistungen dafür nicht ausreicht, ist auch bei einem hohen Pflegegrad offensichtlich. So kann es sein, dass die Zuzahlungen enorm sein können. Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam, keinen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen.

Was kostet eine 24 Stunden Intensivpflege

Die kosten für eine 24 Stunden Intensivpflege unterscheiden sich je nach Intensivpflegedienst. Es gibt dafür keine expliziten Rahmenverträge.

Die Preise variieren für eine qualifizierte 24-Stunden-Intensivpflege zwischen ca. 25,00 – 35,00 Euro in der Stunde.

Wer bezahlt die Kosten für Hilfsmittel in der Intensivpflege

Im sogenannten Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen sind Hilfsmittel aufgelistet, die für die Pflege und Krankheit unterstützend nötig sind.

Diese können vom Arzt verschrieben werden und sind kostenlos. Falls Sie keine Rezeptgebührenbefreiung haben, fällt eine Zuzahlung von 10 Euro für das Rezept an.

Hilfsmittel können sein:

  • Pflegebett
  • Dekubitus – Matratze
  • Auflagen
  • Mobilitätshilfen
  • Hygienemittel
  • Pflegehilfsmittel

Pflegedienst

Bekomme ich einen Zuschuss für Umbaumaßnahmen wegen Intensivpflege

Wenn ein Patient einen Pflegegrad besitzt, können Sie bei der Pflegekasse einen Zuschuss von 4000 Euro für Umbaumaßnahmen erhalten, wenn dies die Pflege wesentlich erleichtert. Dies kann ein Umbau des Sanitärbereiches sein oder der Einbau eines Treppenlifts.

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1 Antwort
  1. Natalie Brandner
    Natalie Brandner sagte:

    Meine Mutter muss künstlich beatmet werden und nun überlegen wir, ob auch eine Intensivpflege zu Hause möglich ist. Mir war gar nicht bewusst, dass in dem Fall das Krankenhaus einen Antrag auf eine ambulante Intensivpflege an die Krankenkasse gestellt wird. Ich werde mich direkt mal erkunden und mich mit dem Krankenhaus in Verbindung setzen.

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