Alltagshilfen für Demenzkranke Senioren

Alltagshilfe für Senioren
Alltagshilfe für Senioren

Den Alltag gestalten

Demenzkranke sind meist noch erstaunlich mobil.
Doch sie brauchen emotionale Anregungen.

Erfolgserlebnisse freuen jeden. Wird der Erkrankte in Aktivitäten eingebunden, leidet er seltener unter Unruhe und Verwirrtheit, die oft auf einem Mangel an Beschäftigung beruhen. Greifen Sie auf Aktivitäten zurück, die der Erkrankte auch schon früher gern gemacht hat und die dem Krankheitsstadium entsprechen. Doch achten Sie darauf, dass kein Überforderung entsteht.

Durch das Erledigen von Aufgaben im Alltag bleiben zudem vorhandene Fähigkeiten länger erhalten. Unterstützen Sie nur dort, wo es notwendig ist. Dabei ist ein effektives Ergebnis weniger wichtig als die Freude am Tun. Loben und aufmuntern, auch nach kleinen Erfolgen, ist weitaus sinnvoller als dauerndes Berichtigen.

Frühzeitige geistige Anregung kann laut Forschung den Beginn der Krankheit verzögern. Hauptzweck ist jedoch, Wohlbefinden und Lebensqualität den Senioeren zu steigern. Es eignen sich Spiele, die im Krankheitsverlauf vereinfacht werden können, z. B. Spiele für jüngere Kinder. Auch leichte Denkaufgaben sind ein gutes Gehirntraining. Ebenso verhält es sich mit Reimen, Gedichten oder einfachen Hörbüchern. Im Handel werden speziell entwickelte Spiele und Beschäftigungsanregungen für Demenzkranke angeboten.

Bei alledem jedoch bedenken, dass zu viel Abwechslung auch verwirren kann. Betroffene brauchen feste Rituale und einen durchstrukturierten Tagesablauf.

Rituale einplanen

Was immer zur gleichen Tageszeit wiederkehrt und in gleicher Abfolge geschieht, mit bestimmten Worten und Gesten begleitet, gibt Demenzkranken Halt. Es nimmt die Angst, sich in einer Welt zu orientieren, die undurchschaubar geworden ist. Bereits leichte Abweichungen in der Reihenfolge können sie aus dem Takt bringen.

Das wirkt sich auch dann aus, wenn der Mensch immer wieder alles vergisst. Wenn er zum Beispiel fragt: „Warum essen wir jetzt schon?“, heißt das nicht, dass er zu einer anderen Zeit seine Mahlzeit einnehmen will. Er will sich unter Umstände vielmehr vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Rituale können mächtiger sein als Worte.

  • Beim Pflegebedürftigen, die sich nicht mehr sprachlich ausdrücken können, sollte man Vorlieben beobachten: z.B. ein gern gehörtes Lied bei bestimmten Pflegetätigkeiten singen.
  • Um Jahreszeiten erlebbar zu machen für Menschen, die kaum noch rauskommen, hilft ein Jahreszeitentisch oder eine entsprechende Dekoration.
  • Zubettgehrituale machen deutlich, dass der Tag nun zu Ende ist: beispielsweise das Zimmer abdunkeln, die Nachttischlampe anmachen, beten oder kurz etwas vorlesen.

Erinnerungspflege

Erlebtes wieder aufleben zu lassen, holt Demenzkranke aus ihrer Teilnahmslosigkeit. Dabei sollte man sich an der Lebensgeschichte und den Hobbys des Erkrankte orientieren.
Vertraute Melodie von früher oder alte Schlager wecken Erinnerungen und vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit. Sie wecken die Lebensgeister und bringen dem Erkrankten glückliche Momente. Auch Singen beruhigt. Besonders Texte von Kinder- und Volksliedern kennen viele noch auswendig. Allerdings: Wer nie einen Zugang zur Musik hatte, verbindet auch meist im Alter nichts damit.

Tiere wecken Lebensgeister bei Senioren

Im Kontakt mit Tieren blühen viele Demenzkranke regelrecht auf – vorausgesetzt, sie haben keine Angst von ihnen. Das Streicheln von Kleintieren, Hunden oder Katzen vermittelt Nähe und Wärme. Fische zu beobachten wirkt beruhigend.

Gärtnern, Werkeln, Malen

Wer sich beschäftigt, behält seine Fähigkeiten länger. Möglichkeiten:

  • Einfache Arbeiten im Haushalt wie Wäsche zusammenlegen, einen Imbiss vorbereiten, Staub wischen.
  • Gartenarbeit oder Blumen gießen.
  • Sachen sortieren: Stifte, Knöpfe etc.
  • Kleinere Werkarbeiten.
  • Gemeinsam Fotoalben ansehen.
  • Alte Stricksachen auftrennen, das lenkt Bewegung.
  • In einer “Lebenskiste” Erinnerungsstücke und geliebte Gegenstände sammeln, das lockt verschüttete Erinnerungen hervor.
  • Manch einer findet im Verlauf der Krankheit auch zum Malen, um sich auszudrücken.