Was erleichtert den Umgang mit Demenzkranken

Umgang mit Demenzkranke
Umgang mit Demenzkranken

Tipps zum Umgang mit Demenzkranken

  • Keine offenen Fragen, lieber welche, auf die man mit Ja oder Nein antworten kann. Statt “Was möchtest du essen?” lieber “Möchtest du ein Wurstbrot?”.
  • Keine Korrekturen und Zurechtweisungen, besser auf den emotionalen Gehalt einer Aussage eingehen. Auf die Worte “Hat mein Mann schon gegessen?” nicht antworten “Der lebt doch nicht mehr”, sondern besser:”Du vermisst deinen Mann sicher sehr.”
  • Keine Bewertung des Verhaltens. Statt: „Man legt die Handtasche nicht in den Kühlschrank“ besser: “Ich habe deine Handtasche gefunden, soll ich sie an die Garderobe stellen?”
  • Keine Verärgerung zeigen, wenn der Erkrankte Dinge sammelt oder Lebensmittel beispielsweise im Kleiderschrank hortet. Legen Sie sie einfach unauffällig wieder an ihren alten Platz zurück.

Wertschätzendes Miteinander
Mit einer speziellen Methode kann es gelingen, die Welt
desorientierter Menschen besser zu verstehen.

Die Gefühle des Gegenübers wahrnehmen

Oft muss der Angehörige dazu seine eigenen Gefühle für den Moment beiseiteschieben. Wenn etwa eine alte Frau unbedingt in den Supermarkt gehen will, weil sie ja das Essen für die Kinder einkaufen muss, hilft es nicht, sie darauf hinzuweisen, dass sie doch bei ihrer Tochter gut versorgt ist.

Vielmehr sollte man die Sorge aufgreifen. “Sorgst du dich um die Kinder?” kann man sie fragen, oder auch: „Du würdest jetzt wohl gerne für sie kochen?“. Von der kranken Person wird dies als Mitfühlen erlebt. Die Sorgen und Gefühle werden wertgeschätzt und erhalten ihren Platz. So können sie sich abschwächen und den Kranken nicht mehr allzu sehr belasten. Werden diese Gefühle dagegen unterdrückt oder gar als unsinnig abgetan, verstärken sie sich und können zu Wutausbrüchen, Aggression oder auch zu tiefer Traurigkeit führen.

Viele Menschen tun sich zu Recht, schwer damit, ihren demenzkranken Angehörigen zu „belügen“. Sie halten es für ihre Pflicht, ihn zu korrigieren, wenn er „nach Hause“ fahren möchte – in ein Zuhause, das es längst nicht mehr gibt. Wenn der alte Vater erzählt, er habe gerade mit seiner Mutter telefoniert, wollen sie das richtigstellen. Doch auch wenn die Welt des Erkrankten vom Pflegende als nicht real empfunden wird, beruht dennoch die Beziehung zu dem Kranken auf Ehrlichkeit, denn dessen Gefühle sind in diesem Moment real und verlangen nach Mitfühlen. Das gilt auch für Verhaltensweisen, die dem Pflegenden selbst wehtun können. Laut Naomi Feil stehen manchmal dahinter unbewältigte Lebensaufgaben des Kranken, die er nun unbewusst „aufarbeitet“.

Symbole sind wichtig für Demenzkranke

Für einen Mann, der vielleicht im Bankgewerbe tätig war, kann sich dies so auswirken, dass er sich bestohlen fühlt. Er kann sich nicht mehr selbst um die Geldgeschäfte kümmern und verdächtigt nun die ihn umgebenden Menschen, sich an ihm zu bereichern. Für eine Frau wiederum kann der angeblich gestohlene Schmuck für einen anderen schmerzlichen Verlust stehen, der nicht aufgearbeitet wurde, den sie aber auch nicht artikulieren kann.

Sich in die Welt seines Gegenübers einzudenken und seine Gefühle wertzuschätzen hilft aber auch den Angehörigen. Wer verstanden hat, dass verwirrte Menschen oft in Symbolen sprechen und der Ring, der angeblich gestohlen wurde, für einen schmerzlichen Verlust steht, wird sich nicht angegriffen fühlen und verteidigen müssen. Denn jedes Verhalten hat einen Grund, so wunderlich es für Angehörige auch sein mag.

Auch sollte Pflegenden bewusst sein, dass zumeist nicht wirklich ihre Person mit den Angriffen gemeint ist. Dann besteht nicht die Gefahr, sich rechtfertigen oder mit dem Demenzkranken streiten zu müssen.

Umgang mit Demenz – Positive Aspekte zu suchen

Korrigieren Sie vermeintliche Irrtümer eines Demenzkranken nicht. Wenn er seine Eltern sucht, hilft es nicht, ihm zu erzählen, dass diese schon seit Jahren nicht mehr leben. Nehmen Sie seine Sehnsucht nach Geborgenheit ernst. Eine passende Reaktion wäre etwa: „Du vermisst deine Eltern wohl sehr“ oder:“Es wäre schön für dich, wenn sie bei dir sein könnten.“

Aggression, Wut und Angst bei Demenzkranken

Die Mutter, die immer sanft und still war, wird nun aufbrausend und aggressiv. Der einst so aktive und selbstsichere Ehemann verhält sich plötzlich ängstlich. Die früher so offene Ehefrau ist jetzt starr in ihren Einstellungen. Der Vater zeigt Verhaltensweisen, die als ungehörige gelten: Familienmitgliedern fällt es schwer, diese Veränderungen des Wesens als Krankheitszeichen zu akzeptieren.

Dementz das Verhalten ändert sich mit Dementz

Oft sind es unerwartete Ereignisse, Abweichungen vom vertrauten Allte, die bei Demenzkranken Krisen und Ängste auslösen können. Diese schlagen sich unter Umstände in Unruhe, Aggression oder Traurigkeit nieder.

Schließen Sie einen Demenzkranken nicht ein, wenn er dazu neigt, das Haus zu verlassen. Das erzeugt unnötige Aggressionen. Er ist vielleicht auf einer Suche nach irgendetwas und findet es nicht. Lenken Sie ihn mit einem anderen Thema ab.

Richtig reagieren:

  • Gehen Sie mit ihm und verbinden Sie einen Spaziergang damit
  • Überreden Sie ein Armband mit Namen, Adresse und Telefonnummer
  • Fragen Sie bei Nachbarn nach oder rufen Sie die Polizei an

Demenzkranken – ständige Unruhe

Viele Demenzkranke entwickeln im Verlauf der Krankheit eine starke Unruhe. Diese äußert sich zum Beispiel darin, dass sie in der Wohnung von Zimmer zu Zimmer laufen. Sie meinen, etwas erledigen zu müssen, vergessen jedoch, was sie tun wollten. Oft hat es den Anschein, dass sie etwas suchen, In der Tat suchen sie etwas, was ihnen vertraut ist. Denn die reale Welt ist ihnen fremd geworden. Auch die Hände sind oftmals ständig in Bewegung und Jacken werden permanent zu- und aufgeknöpft. Manche entwickeln eine besondere Anhänglichkeit, die für pflegende Angehörige sehr belastend sein kann. Sie folgen die Pflegeperson auf Schritt und Tritt. Selbst der Gang zur Toilette ist unbegleitet kaum mehr möglich. Immer die gleichen Fragen werden gestellt.

Richtig reagieren:

  • Geben Sie genügend Freiräume
  • Schaffen Sie zu Hause eine gleichbleibende vertraute Umgebung
  • Suchen Sie eine Beschäftigung, die den Fähigkeiten angepasst ist: Handtücher falten oder Kartoffeln schälen

Aggression und Wutausbrüche

Erkrankte werden manchmal auch aggressiv – mit Worten und Taten. Anlass ist oftmals eine Kleinigkeit. Gründe für Aggressionen können Ängste, aber auch Schmerzen sein. Die Angriffe von Demenzkranken richten sich zumeist nicht – auch wenn es so aussieht – gegen die Person des Pflegenden. Sprechen Sie über solche Vorfälle mit dem Arzt

Richtig reagieren:

  • Ignorieren Sie die Aggressionen oder verlassen Sie den Raum
  • Bleiben Sie ruhig und gelassen
  • Lenken Sie den Kranken ab
  • Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit
  • Versuchen Sie herauszufinden, was der Grund der Attacke war.
  • Provozieren Sie den Kranken nicht – etwa durch Auslachen.
  • Nehmen Sie den Vorfall nicht persönlich.

Wahnvorstellungen

Manchmal leiden Demenzkranke an Sinnestäuschungen oder Wahnvorstellungen, z.B. bestohlen worden zu sein. Nehmen Sie die Sorge des Erkrankten ernst.

Richtig reagieren:

  • Versuchen Sie durch Gespräche über Dinge, die der Pflegebedürftige mag, abzulenken.
  • Vermitteln Sie Geborgenheit.
  • Nehmen Sie Kontakt zu einem Psychiater oder Neurologen auf.

Schlaflosigkeit bei Demenzkranken

Bei manchen Demenzkranken ist der Schlaf-wach-Rhytmus gestört und sie irren nachts umher. Das können Sie tun:

  • Achten Sie darauf, dass sich der Demenzerkrankte tagsüber genügend bewegt.
  • Keine aufputschenden Getränke am Abend wie Kaffee oder schwarzen Tee
  • Bauen Sie an Treppen Sicherheitsgitter ein.
  • Machen Sie die Wege sicher.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Demenzkranke nachts nicht das Haus verlassen kann, und schließen Sie die Küche oder andere „gefährliche“ Räume ab.
  • Manche Medikamente können dazu führen, dass man tagsüber schläft und nachts wach ist. Sprechen Sie mit dem Arzt!

Wenn Sie möchten, dass der Demenzpatient Hilfe in seinem eigenen Zuhause bekommt, können Sie eine ausgebildete Pflegekraft beauftragen. Sie erreichen uns unter +4915753780985 oder per E-Mail unter info@betreuung.com. Um Ihre Bedürfnisse vollständig einschätzen und die Fähigkeiten und Wünsche des Pflegepersonals erfüllen zu können, müssen wir Ihnen weitere Fragen stellen. Am besten füllen Sie unseren Fragebogen unter https://www.betreuung/fragebogen/ aus, dann melden wir uns bei Ihnen mit einem Vorschlag!