Betreuung von alten Menschen in Deutschland

Wer sich zum ersten Mal mit der Frage beschäftigt, wie ein älterer Angehöriger gepflegt werden soll, ist zunächst meistens verunsichert. Denn es handelt sich um eine Entscheidung von enormer Tragweite. Werden die letzten Jahren in Würde verbracht, in der Umgebung liebevoller Menschen? Oder wird das geliebte Elternteil unter Zeitdruck von teilnahmslosem Pflegepersonal abgefertigt? Diese Vorstellung bereitet sowohl den Pfleglingen als auch den Angehörigen Sorgen. Und das, was in den Medien berichtet wird, trägt nicht gerade zur Beruhigung bei. Schlagzeilen vom Fachkräftemangel im Pflegebereich machen die Runde, mittlerweile ist sogar oft von einem Pflegenotstand die Rede. Dabei gibt es natürlich in jeder Region andere Gegebenheiten. Es macht durchaus einen Unterschied, ob Einrichtungen zur Altenpflege in Berlin oder auf dem Land gesucht werden. Und aufgrund eines höheren Durchschnittseinkommens können Menschen für die Altenpflege in München mehr Geld ausgeben, als für die Altenpflege in Erfurt. Der Personalmangel macht sich also je nach Ort und Einrichtung unterschiedlich stark bemerkbar. Wo sich zu wenig Fachkräfte für den Heimbetrieb finden, weichen immer mehr Menschen auf alternative Formen wie die 24 Stunden Pflege zu Hause aus.

Aber nicht nur die Personalsituation in den Einrichtungen der Region wirkt sich auf die Entscheidung aus. Andere Einflussfaktoren sind beispielsweise die Infrastruktur oder  das Unterstützungsangebot von örtlichen Behörden oder Vereinen. Das gute Nahverkehrsnetz erleichtert die Altenpflege in Dresden zu Hause erheblich. Mit Begleitung können Pflegebedürftige relativ leicht einen Arzt oder eine Reha-Einrichtung aufsuchen, sofern es ihr Zustand erlaubt. Auch Unterstützung von politischer Seite kann die 24 Stunden Pflege zu Hause erleichtern. Gerade in kleineren Orten kümmert sich die Lokalpolitik oft intensiv um die Einwohner. Beispielsweise hat das Thema Altenpflege in Burghausen einen so hohen Stellenwert, dass der Ort sich als seniorenfreundliche Stadt versteht. Eine eigene Arbeitsgemeinschaft soll dazu beitragen, dass die Lebenswelt des Ortes den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht wird.

Wie sieht es eigentlich mit der Altenpflege auf dem Land aus? Auch hier gestaltet sich die Situation ganz unterschiedlich. Es gibt zwar durchaus auch Pflegeeinrichtungen auf dem Land. Teilweise liegen diese aber weit vom Wohnort der Angehörigen entfernt. Diese müssen jedes mal einen langen Weg auf sich nehmen, wenn sie das pflegebedürftige Familienmitglied besuchen möchten. Das kann eine große Belastung darstellen. Auch die Wohnsituation auf dem Land ist eine andere, als in den Städten. Viele Familien leben in Häusern und haben daher genug Platz zur Verfügung, um sowohl der pflegebedürftigen Person als auch einer Betreuungskraft Unterkunft zu geben. Das macht Modelle wie die 24 Stunden Pflege besonders attraktiv. Bei einer differenzierten Betrachtung der Umstände wird deutlich, dass es große regionale Unterschiede bei der Altenpflege in Deutschland gibt.

Altenpflege in Berlin

Mit 3,7 Millionen Einwohnern ist Berlin die größte Stadt Deutschlands. Dementsprechend viele Senioren gibt hier. Etwa 700.000 Menschen über 65 zählte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im Jahr 2017. Immerhin 360.000 davon waren sogar über 75 Jahre alt. In insgesamt 391 Pflegeheimen wurden dort 2017 etwa 30.000 Menschen stationär gepflegt. Dem stehen insgesamt mehr als 100.000 Pflegebedürftige über dem 60. Lebensjahr gegenüber, die Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz empfangen. Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Der Bedarf an Altenpflege in Berlin kann nur durch die Kombination verschiedener Pflegeformen gedeckt werden. Ein Abdeckung nur durch stationäre Einrichtungen ist weder wünschenswert noch möglich. Erst durch die Arbeit von ambulanten Pflegediensten, Pflege durch Angehörige und die 24 Stunden Pflege zu Hause ist eine Versorgung aller Betroffenen möglich.

Eine Mehrzahl der pflegebedürftigen Einwohner von Berlin ist weiblich, was wohl auch der höheren Lebenserwartung von Frauen in Deutschland geschuldet sein dürfte. Der geringste Anteil der Pflegebedürftigen fällt dabei in den leichtesten Pflegegrad 1. Am häufigsten sind die Pflegegrade 2 und 3, die zusammen mehr als die Hälfte der Pflegefälle ausmachen.

2017 erschütterte ein echter Pflegeskandal die deutsche Hauptstadt. Eine regelrechte Pflegemafia hatte das LKA bei seinen Ermittlungen aufgedeckt. Berliner Pflegefirmen, Ärzte und Apotheker hatten im großen Stil bei ihren Abrechnungen betrogen. Rund eine Milliarde Euro sollen sie den Krankenkassen fälschlicherweise für Pflegeleistungen berechnet, die nie erbracht worden waren. Das sorgte für große Empörung – nicht zuletzt bei denjenigen, die Angehörige selbst pflegen oder dafür eine 24 Stunden Pflegeskraft engagieren. Denn sie müssen notwendige Leistungen aus eigener Tasche bezahlen, während Kriminelle von den Pflegekassen Millionenbeträge erhalten. Kein Wunder, dass immer wieder Rufe nach einer Reform der Pflegefinanzierung laut werden.

Wie in einer Großstadt zu erwarten, gibt es in Berlin eine große Vielfalt von Angeboten für Senioren. Mehrere Freizeitclubs und Seniorentreffs bieten älteren Menschen die Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten. Auch wer körperlich eingeschränkt ist, kann an Gesprächskreisen, gemeinsamen Frühstücken oder Spielenachmittagen teilnehmen. Solche Zusatzangebote sind besonders wichtig für Menschen, die zu Hause gepflegt werden. Sie ermöglichen ihnen, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und tragen so zur Verbesserung der  Lebensqualität bei.

Solange die körperliche Verfassung es zulässt, sollten auch pflegebedürftige Senioren regelmäßig Ausflüge oder Spaziergänge unternehmen. Ist das in Berlin problemlos möglich oder sind die Umstände dafür eher ungünstig? Der öffentliche Nahverkehr ist in Berlin gut ausgebaut. Für Senioren bieten die Berliner Verkehrsbetriebe einen Sondertarif an, das VBB-Abo 65plus. Dieser Tarif ist ausschließlich im Abo erhältlich und kostet bei jährlicher Zahlweise 49,42 Euro im Monat. Das Ticket ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt gültig. Es kann sowohl für den Arztbesuch als auch für einen Ausflug in den Park genutzt werden.

In Berlin gibt es zahlreiche schöne Parks, die auch mit dem Rollstuhl zugänglich sind. Am bekanntesten ist wohl der zentral gelegene Tiergarten. Der Treptower Park liegt am Ufer der Spree und beherbergt nicht nur ein imposantes russisches Kriegsdenkmal, sondern auch den Plänterwald. Auch der Viktoria Park in Kreuzberg und der Volkspark Friedrichshain sind empfehlenswert.

Altenpflege in Hamburg

Die Metropole an der Elbe hat nach Berlin die größte Einwohnerzahl in Deutschland. Auf 1,8 Millionen Einwohner kamen 2019 mehr als 300.000 Senioren. Das entspricht einem Anteil von ca. 17 Prozent. Dieser Anteil dürfte im Laufe der nächsten Jahrzehnte weiter steigen, denn auch Hamburg ist von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur in Deutschland betroffen. Leistungen nach dem Pflegegesetz erhalten in Hamburg etwas mehr als 60.000 Menschen, von diesen werden wiederum knapp 18.000 stationär im Pflegeheim betreut. Ein ähnlich großer Anteil wird von ambulanten Pflegediensten versorgt. Fast die Hälfte der Leistungsempfänger wird durch keine dieser beiden Pflegeformen versorgt. Diese Gruppe wird häufig von Angehörigen gepflegt, viele erhalten aber auch Unterstützung durch eine Pflegekraft im Rahmen der 24 Stunden Pflege.

Hamburg zählt nicht nur zu den wichtigsten Industriestandorten in Deutschland. Die Stadt ist auch einer der weltweit wichtigsten Seehäfen. Dementsprechend gut ist es auch um das Einkommen der Einwohner bestellt. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hatten die Hamburger deutschlandweit das höchste verfügbare Einkommen. Dementsprechend fällt es den Bürgern der Hansestadt im Durchschnitt leichter, die Ausgaben zu stemmen, die mit der Pflege verbunden sind. Denn nur in den wenigsten Fällen werden diese vollständig durch die Zahlungen aus der Pflegeversicherung abgedeckt. Oft sind hohe Zuzahlungen der Betroffenen oder ihrer Angehörigen erforderlich. Daraus resultieren große Unterschiede. Einkommensstarke Familien sind in der Lage, diese Kosten problemlos abzufangen. Familien mit einem geringen Einkommen hingegen sind verhältnismäßig stärker belastet.

Trotz der guten Wirtschaftslage der Stadt, sind die Kontrollen der Pflegeheime in Hamburg lückenhaft. Bereits 2018 hatte das NDR-Magazin Panorama von einer mangelhaften Umsetzung der Kontrollen berichtet. Mit 22 Prozent blieb die Prüfquote nach dieser Meldung im Jahr 2017 weit hinter dem offiziellen Zielwert zurück. Eigentlich soll jede Einrichtung mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. Der Grund für diesen Missstand: aufgrund der hohen Anzahl von Beschwerden waren die Prüfer mit anlassbezogenen Kontrollen völlig ausgelastet. Um ihren Aufgaben vollständig nachzukommen, fehlte der Heimaufsicht einfach das Personal. Das ist bedenklich, denn unter den Betreibern von Pflegeheimen gibt es leider auch einige schwarze Schafe.

Dennoch geht es dem Großteil der Senioren in Hamburg gut. Denn die Handelsmetropole hat in Sachen Lebensqualität einiges zu bieten. Stolz ist die Stadt besonders auf die vielen Grünflächen. Hamburg sei die „vielleicht grünste Millionenstadt der nördlichen Hemisphäre“, so heißt es auf dem offiziellen Stadtportal. In Begleitung von Angehörigen oder einer 24 Stunden Pflegehilfe lassen sich hervorragend kleine Spaziergänge oder Ausflüge unternehmen. Der Hamburger Stadtpark wurde 2014 hundert Jahre alt und bietet neben Wiesenflächen auch einen großen Waldbereich, Ziergärten und einen kleinen See. Auch der botanische Garten, der 2012 in „Loki Schmidt Garten“ umbenannt wurde, ist einen Besuch wert. Er ist sowohl mit dem Bus als auch mit der S-Bahn gut zu erreichen.

Altenpflege in München

Die bayerische Landeshauptstadt ist für Weißwürste, teure Mieten und das Oktoberfest bekannt. Von 1,5 Millionen Einwohnern hatten 2018 mehr als 260.000 das 65. Lebensjahr erreicht. Die Zahl der pflegebedürftigen Personen beziffert die Stadt mit rund 30.000, ein relativ niedriger Wert. Allerdings sehen Prognosen bereits für das Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg voraus. Dem standen 2018 etwa 8.000 vollstationäre Pflegeplätze in 59 Einrichtungen gegenüber. Rund ein Viertel dieser Einrichtungen werden von einer städtischen GmbH betrieben, etwas über 50 Prozent befinden sich in der Hand gemeinnütziger und kirchlicher Träger. Die übrigen Einrichtungen werden von Privatunternehmen betrieben. Neben der stationären Pflege wird der Pflegebedarf durch die  Pflege zuhause ergänzt. Die anfallenden Aufgaben teilen sich Pflegedienste und Angehörige, aber häufig auch ausländische Pfleger im Rahmen einer 24 Stunden Pflege. Eine Besonderheit der Altenpflege in Bayern ist das sogenannte Landespflegegeld. Anspruch auf diese Leistung haben Pflegebedürftige ab Pflegegrad zwei. Auf Antrag erhalten sie jährlich einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro. Über die Verwendung des Geldes können die Empfänger frei Entscheiden, da es an keinen besonderen Verwendungszweck geknüpft ist. Das ist eine willkommene Entlastung. Denn trotz des hohen Durchschnittseinkommens in München fällt es vielen Menschen schwer, die Kosten für ihre Pflege zu tragen. Denn auch die Lebenshaltungskosten sind in einer wohlhabenden Region wie München besonders hoch. Einige der Empfänger nutzen diese Zusatzleistung, um sich etwas besonderes zu gönnen. Andere können damit die Kosten für notwendige, aber nicht bezuschusste Pflegemaßnahmen bezahlen.

Gerade die Eigenanteile bei der stationären Pflege können eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Laut der bundesweiten Pflegestatistik war München im Jahr 2017 deutschlandweit auf dem fünften Platz, was die Kosten eines Heimplatzes angeht. Mehr als 2.400 € mussten Heimbewohner im Durchschnitt für ein Einzelzimmer bezahlen. Wer in einem Doppelzimmer untergebracht wird, kommt kaum besser weg: Etwas mehr als 2.300 € beträgt der Eigenanteil im Schnitt. In diesem Betrag inbegriffen sind die Kosten der Pflege, für Unterkunft und Verpflegung sowie verschiedene weitere Zusatzkosten.

München verfügt auch über zahlreiche schöne Grünflächen. Pflegebedürftige, die in Begleitung noch zu Ausflügen in der Lage sind, profitieren davon besonders. Vor allem der Englische Garten ist in München eine grüne Oase. Mit einer Fläche von 3,7 Quadratkilometern ist er weltweit eine der größten städtischen Parkanlagen. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser Park vom Kurfürsten Karl Theodor angelegt. Damit war er die erste Anlage dieser Art in Europa. Der Park wird von der Isar durchquert und bietet auch einige sehenswerte Bauwerke. Dank seiner Lage im Zentrum der Stadt ist er auch für Gehbehinderte leicht zu erreichen. Auch der Nymphenburger Schlosspark bietet ein weit verzweigtes Netz von Wegen, ebenso wie eine abwechslungsreiche Landschaft.

Ob München genug für seine Senioren tut, ist umstritten. Erst kürzlich startete die Stadt ein neues Programm, bei dem Sozialpädagogen gezielt auf Senioren zugehen, um ihnen Unterstützung und Beratung anzubieten. Damit will die Stadt ältere Menschen erreichen, die von den vorhanden Angeboten für Senioren nichts wissen oder diese aus Schamgefühl nicht aufsuchen. Mit diesen und weiteren Maßnahmen will die Stadt auch gegen Altersarmut vorgehen, von der nach Expertenschätzungen in München etwa 70.000 Menschen betroffen sind. Rund 2,6 Millionen Euro will das Sozialreferat Jahr für Jahr für diesen Zweck ausgeben. Ob es auf diese Weise gelingt, der Altersarmut einen Riegel vorzuschieben, ist unklar. Aus Kreisen der Seniorenvertretung wird auch immer wieder Kritik an der Politik der Landeshauptstadt laut.

Auch einige Münchener Unternehmen haben besondere Angebote für Senioren im Programm. Die MVG hat kürzlich das Mindestalter für ihren Seniorentarif auf 65 Jahre angehoben. Im Gegenzug ist es jetzt auch werktags zwischen 6:00 und 9:00 möglich, mit dem Ticket zu fahren. Das war bislang nicht gestattet. Auch die Volkshochschule hat spezielle Kurse für Senioren im Programm: Fitnesstraining für die grauen Zellen bietet die VHS als wöchentliche Veranstaltung an. Die Teilnahme an einem Termin kostet dabei 4,- €, ein Betrag der auch für kleine Geldbeutel zu stemmen ist.

Altenpflege in Köln

Die Millionenmetropole Köln ist für die rheinländische Frohnatur ihrer Einwohner bekannt. Kein Wunder, bietet die Stadt doch ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm für alle Generationen. Dazu gehört selbstverständlich auch, den Seniorinnen und Senioren ein möglichst angenehmes Älterwerden zu ermöglichen. Hierfür bietet Köln in Zusammenarbeit mit Seniorenorganisationen und Wohlfahrtsverbänden eine Fülle an Angeboten. Zu diesem speziellen Senioren-Netzwerk gehören Veranstaltungen wie beispielsweise eine Computerspielmesse für SeniorInnen. Diverse Spielstationen warten darauf, von den Silver-Gamern ausprobiert zu werden. So verfügen auch einige der Altersheime in Köln über eigene Wii Konsolen, die die älteren Menschen dabei unterstützen, ihre körperlichen und mentalen Fähigkeiten auf spaßige Weise aufrechtzuerhalten.

Von mehr als einer Million der Einwohner sind knapp 190.000 älter als 65 Jahre. Aufgrund der kulturellen Vielfalt in Köln sind darunter auch viele Senioren mit Migrationshintergrund. Die Altenpflege in Köln wurde 2017 durch insgesamt 98 Pflegeeinrichtungen, sowie durch ambulante Dienste und pflegende Angehörige abgedeckt.

Neben den organisierten Freizeitangeboten hat Köln eine Vielzahl an Grünflächen und Waldstücken, auf denen sich die Bewohner der Altenheime allein oder in Begleitung von Angehörigen oder Pflegekräften bewegen können. Beispielsweise lädt der Stadtgarten, der älteste Park in Köln, mit seinen fünf Hektar Grünanlage zu Spaziergängen an der frischen Luft ein. Auch das Gebiet der Bundesgartenschau aus dem Jahr 1957 stellt bei den Seniorenheimen ein beliebtes Ausflugsziel dar. Die Senioren schätzen an den gemeinsamen Exkursionen besonders das gesunde Maß an Bewegung, die hübschen Bepflanzungen, die Nähe zur Natur fernab des hektischen Stadtalltags und angeregte Gespräche unter Gleichaltrigen.

Köln punktet zudem mit der guten Infrastruktur: So ist zum Beispiel die Kölner Oper am Offenbachplatz von den Altenheimen der Stadt aus sehr gut zu erreichen. Alle Liebhaber von klassischen Konzerte kommen bei den Veranstaltungen der Kölner Philharmonie im Museum König voll auf ihre Kosten. Auch wer lieber selbst in einem Chor mitsingen möchte, kann aus einem breiten Angebot auswählen: Viele Chöre unterschiedlichster Musikrichtungen suchen neue Mitglieder und sind teilweise speziell auf eine ältere Zielgruppe ausgerichtet. Einige Seniorenheime und Einrichtungen für Betreutes Wohnen haben sogar hausinterne Musikgruppen.

Ein Grund für die vielfältigen Angebote für SeniorInnen in Köln liegt sicherlich in der starken Seniorenvertretung, die in vielen Bereichen aktiv ist und sich engagiert für die Interessen der älteren Generation gegenüber politischen Gremien und Einrichtungen einsetzt.

Altenpflege in Frankfurt am Main

Die Hessenmetropole Frankfurt am Main hat vor nicht langer Zeit die 750.000 Einwohnergrenze geknackt und wächst wie die meisten deutschen Großstädte stetig an. Aufgrund der demographischen Überalterung nimmt auch die Anzahl der Seniorinnen und Senioren in und um Frankfurt überproportional zu. Es lässt sich beobachten, dass es nicht nur anteilig immer mehr Senioren gibt, sondern auch, dass die Altersarmut in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat. So bezogen laut Sozialdezernat Ende 2017 9889 Menschen Grundsicherung im Alter, da ihre Rente zum Leben nicht ausreicht. Das entspricht 8,8 Prozent der Frankfurter Einwohner über 65 Jahren. Grund hierfür sind maßgeblich die steigenden Mietpreise der Großstadt, die für arbeitende Personen schon schwer zu verkraften sind und berentete Menschen schnell an die Grenzen des Möglichen bringen. Wie in der gesamten Bundesrepublik nimmt auch in Frankfurt die Anzahl der Menschen, die Leistungen der Pflegeversicherung beziehen, konstant zu.

Von dem großen Problem der Altersarmut abgesehen, lässt es sich in Frankfurt als älterer Mensch gut leben. Die Stadt hat diverse Angebote für Seniorinnen und Senioren zu bieten. Neben dem vergünstigten RMV-Ticket, das für die rüstigeren Menschen soziale Teilhabe erleichtert, ist vor allem die hervorragende soziale Infrastruktur in Frankfurt hervorzuheben. Viele SeniorInnen sind an Vereine oder Beratungsstellen angedockt, in denen sie entweder Unterstützung erfahren oder sich selbst ehrenamtlich für Andere engagieren. Häufig spendet es Trost und Hoffnung, mit anderen Menschen über die verschiedenen Fragen des Lebens im Alter zu sprechen und sich gegenseitig austauschen zu können.

Zudem gibt es eine ganze Reihe von Seniorenclubs und -begegnungsstätten, um die älteren Menschen mit Gleichgesinnten zusammenzubringen und vor Vereinsamung zu schützen. Ein sinnvolles und gut genutztes Angebot der Stadt Frankfurt ist zum Beispiel das Programm „Aktiv Älterwerden“, das SeniorInnen zusammenbringen und ihre körperliche und geistige Fitness erhalten möchte. Zu den vielfältigen Angeboten zählt beispielsweise das Surfen im Internet, gemeinsames Musizieren, kreative Aktionen, kulturelle Besichtigungen oder Kurztrips.

Noch ein weiterer Punkt ist relevant für die Lebensqualität von SeniorInnen in Frankfurt. Entgegen der landläufigen Meinung ist Frankfurt eine ausgesprochen grüne Stadt: So sind ungefähr die Hälfte der Stadtfläche Grün- und Freiflächen. Ganze 80 Prozent der Einwohner haben einen Park im Umkreis von maximal 300 Metern um ihre Wohnung herum. So lockt beispielsweise der Stadtpark mit einem schönen Sonntagsspaziergang an der frischen Luft – egal, ob mit Rollator, Rollstuhl oder Gehstock.

Wenn die Pflegebedürftigkeit im Laufe des Älterwerdens größer wird und gleichzeitig die motorischen Möglichkeiten abnehmen, können irgendwann auch solche Angebote nicht mehr eigenständig genutzt werden. Menschen im sogenannten vierten Lebensalter, das bedeutet ab 80 Jahren aufwärts, sich oftmals auf eine häusliche Pflege angewiesen. Hier reicht das Spektrum von der Pflege durch Angehörige über ambulante Pflegedienste bis hin zu teil- oder vollstationären Pflegeangeboten. Da es den meisten Senioren wichtig ist, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben, kommt gerade der Pflege durch Angehörige eine besondere Rolle zu. In vielen Fällen werden diese auch durch osteuropäische Pflegekräfte im Rahmen einer 24 Stunden Pflege unterstützt. Diese wohnen bei der hilfsbedürftigen Person im Haushalt und können sich so auch außerhalb der Arbeitszeiten von ambulanten Diensten um die Bedürfnisse ihres Schützlings kümmern. Gerade für berufstätige Angehörige ist das eine enorme Entlastung. Auch Aufgaben im Haushalt, wie beispielsweise den Abwasch, das Wäschewaschen oder Einkäufe können diese Pflegekräfte den Angehörigen abnehmen. Vielen Menschen wird es erst dadurch ermöglicht, den Lebensabend im eigenen Zuhause zu verbringen.

Altenpflege in Stuttgart

Die Hauptstadt von Baden-Württemberg ist mit etwas mehr als 630.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt in Deutschland. In der Region Stuttgart, einem der größten Ballungsräume Deutschlands, leben sogar insgesamt rund 2,8 Millionen Menschen. Von den Einwohnern Stuttgarts sind rund 110.000 älter als 65 Jahre. Von den offiziell rund 17.000 pflegebedürftigen Menschen der Stadt machen Senioren naturgemäß einen großen Anteil aus. Die Pflegequote ist dabei in Baden-Württemberg allgemein relativ gering: Sie betrug 2013 nur 2,8% der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern waren es zur gleichen Zeit mehr als 4,5%. Woran dieser große regionale Unterschied liegt, ist unklar.

Der Bedarf an Pflegekräften für die Altenpflege in Stuttgart dürfte sich in den nächsten Jahren aufgrund der alternden Gesellschaft erhöhen. Nur mit stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten wird es nicht möglich sein, die steigende Nachfrage nach guten Pflegekräften zu decken. Zeitungsberichten zufolge ist es oft ein Ding der Unmöglichkeit, für einen Angehörigen einen Heimplatz in der unmittelbaren Umgebung des Wohnortes zu finden. Bei vielen Heimen sind alle Betten belegt, die Wartelisten sind lang. Eine wichtige Rolle spielt daher auch die Pflege durch Angehörige oder durch 24 Stunden Pflegekräfte aus Osteuropa. Aktuell gibt es in Stuttgart 83 Pflegeheime und 95 ambulante Dienste. Stuttgart und Baden-Württemberg gehören in Deutschland zu den Regionen mit den höchsten durchschnittlichen Vergütungssätzen für die stationäre Pflege. Trotz der guten Wirtschaftslage der Region ist es daher für viele Bewohner nicht einfach, die Kosten für ihre Pflege zu bezahlen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Großstädten in Deutschland ist Stuttgart bisher von einem handfesten Pflegeskandal verschont geblieben. Trotzdem haben viele Pflegedienste mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen. Allein in Baden-Württemberg fehlten 2018 rund 5000 Fachkräfte in der Altenpflege, so der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Deshalb zeichnet sich in den letzten Jahren eine Tendenz dazu ab, Hiflskräfte anstatt der benötigten Fachkräfte einzustellen. Denn diese sind einfacher zu finden. Ob das eine langfristige Lösung für die Personalprobleme darstellt, ist fraglich.

In Stuttgart gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Senioren – vom Seniorentreff bis zu Beratungsangeboten. Das Sozialamt bietet eine telefonische Beratung aber auch Beratungsgespräche im Stadtteilbüro an. Auch für pflegende Angehörige bietet die Stadt ein Hilfstelefon an. Soziale Einrichtungen wie das Rote Kreuz bieten Spieletreffs, Vorträge und diverse andere Begegnungsmöglichkeiten an. Auch, wer in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, muss also auf soziale Kontakte nicht verzichten.

Die Lage Stuttgarts in einem Talkessel macht es für gehbehinderte Senioren schwierig, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Die zahlreichen Hügel und steilen Anstiege sind für sie nur schwer zu bewältigen. Auch in Begleitung eines Angehörigen oder einer 24 Stunden Pflegerin ist es daher oft nur mit einem Rollstuhl möglich, voranzukommen. Auch die Zahl der Grünanlagen im Stadtgebiet ist überschaubar. Trotzdem gibt es im Zentrum der Stadt mit dem Schlossgarten und dem Rosensteinpark einen schönen Ort für kleine Spaziergänge. Derzeit sind Teile des Parks allerdings von den Bauarbeiten für das Stuttgart 21-Projekt betroffen und sind daher nicht begehbar. Insgesamt sind in Stuttgart die Möglichkeiten für pflegebedürftige Senioren in dieser Hinsicht eher dürftig. Andere Städte in Deutschland machen das deutlich besser. In großen Teilen dürften diese Defizite allerdings weniger der Stadtplanung als der speziellen Geografie des Ortes geschuldet sein.

Altenpflege in Düsseldorf

Düsseldorf ist mit etwa 620.000 Einwohnern nur wenig kleiner als Stuttgart. Laut den Mercer-Studien ist Düsseldorf weltweit auf Platz 6 der Städte mit der höchsten Lebensqualität. Grundlage für diese Bewertung sind Aspekte wie Sicherheit, Verkehrsangebote, öffentliche Dienstleistungen und wirtschaftliche Aspekte. Profitieren auch Senioren von dieser erhöhten Lebensqualität? Oder sind sie wie so oft von wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen?

Laut der kommunalen Sozialberichterstattung ist ein Viertel der Einwohner von Düsseldorf 60 Jahre oder älter. Rund 30.000 Menschen sind sogar 80 Jahre oder älter. Bei dieser sogenannten „hochbetagten“ Bevölkerungsgruppe liegt der Frauenanteil bei 68,1%. Das spiegelt die höhere Lebenserwartung von Frauen wieder, die eher ein solch hohes Alter erreichen. 2011 erhielten rund 16.000 Personen in Düsseldorf Leistungen der Pflegeversicherung. Die Altenpflege in Düsseldorf teilt sich dabei auf unterschiedliche Träger auf. Rund 4.000 Menschen nahmen die Dienste von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. In teilstationärer Pflege waren 188 Personen untergebracht, in vollstationärer Pflege waren es etwas mehr als 5.000. Der Rest der pflegebedürftigen Senioren wird zuhause gepflegt, entweder durch Angehörige oder im Rahmen einer 24 Stunden Pflege durch zugereiste Pfleger/innen aus dem EU-Raum.

Wie überall in Deutschland leiden zahlreiche pflegebedürftige Senioren in Düsseldorf unter einer Demenzerkrankung. In vollstationärer Pflege sind das laut Angaben der Betreiber mehr als die Hälfte aller Bewohner. Die Stadt Düsseldorf hat deshalb gemeinsam mit verschiedenen Wohlfahrtsverbänden das Demenznetz Düsseldorf eingerichtet, das die Situation von Demenzkranken Bürgern und ihren Angehörigen verbessern soll. Das Netzwerk bietet beispielsweise stundenweise Betreuungsangebote für Demenzkranke, um Angehörige kurzzeitig zu entlasten. Für Demenzkranke unter 60 Jahren gibt es einen besonderen Treffpunkt, der dem Gefühl von Isolation und Ausgrenzung der Betroffenen entgegenwirken sollen. Auch in Krisensituationen bietet das Netzwerk Unterstützung an.

Wie andernorts auch hat die Pflege in Düsseldorf mit großen Personalproblemen zu kämpfen. Laut einer Schätzung der freien Wohlfahrtspflege NRW werden allein im Stadtgebiet jeden Monat 250 Absagen durch die ambulanten Pflegedienste erteilt. Das bedeutet, dass rund 5% der Hilfsbedürftigen keinen ambulanten Pflegedienst finden. Das ist für Betroffene häufig eine schwere Belastung, denn in diesem Fall bleibt oft nur der Umzug in ein Altenheim. Für viele alte Menschen ist das eine Schreckensvorstellung. Allerdings gibt es oft auch Alternativen. Dazu gehört beispielsweise die 24 Stunden Pflege in der eigenen Wohnung.

Altenpflege in Leipzig

Leipzig ist mit etwa 600.000 Einwohnern die größte Stadt im Freistaat Sachsen. Etwa 115.000 von ihnen sind 65 Jahre oder älter. Das sind beinahe 20% der Bevölkerung – ein Wert über dem deutschen Durchschnitt. Zählt man die Über-60-Jährigen hinzu, sind mit 150.000 Menschen etwa ein Viertel der Bürger Leipzigs enthalten.

Dementsprechend gibt sich Leipzig als Seniorenfreundliche Stadt. Die Stadt hat ein eigenes Seniorenbüro eingerichtet, das eine Anlaufstelle für betroffene Bürger, aber auch für engagierte Vereine dienen soll. Neben Beratungstätigkeiten und Begegnungsmöglichkeiten steht bei der Arbeit der Seniorenbüros auch die Förderung innovativer Ideen im Vordergrund. Die Projekte sind auf einzelne Stadtteile gerichtet und sollen dabei helfen, eine große Vielfalt von Ideen umzusetzen. Für jeden Stadtbezirk sind für dieses Programm jährlich 1.000 € vorgesehen. Insgesamt 10 verschiedene Seniorenbüros sind in der Stadt verteilt. Darüber unterhält die Stadt auch eine gemeinnützige GmbH, die mehrere Pflegeheime betreibt.

Das städtische Angebot kann nur einen kleinen Teil des Pflegebedarfs abdecken. Auch private Heimbetreiber und Pflegedienste sind auf dem Markt aktiv und versorgen jeweils mehrere tausend pflegebedürftige Menschen stationär oder ambulant. Der übrige Bedarf an Altenpflege in Leipzig wird privat gedeckt. Die Pflege wird entweder komplett von den Angehörigen übernommen, oder aber durch das Modell der 24 Stunden Pflege, bei dem Pflegekräfte aus Polen oder einem anderen EU-Land die Versorgung übernehmen.

Leider sind in Sachsen viele Pflegebedürftige von den Kosten ihrer Versorgung überfordert. Viele von ihnen werden daher zum Sozialfall, wie erst kürzlich bekannt wurde. Allein von 2018 auf 2019 erhöhte sich die Anzahl der Empfänger von Sozialhilfe zur Finanzierung von Pflegeleistungen um 5%. Das zeigt einmal mehr, dass gute Pflege in Deutschland auch vom Geldbeutel abhängt. Gerade in wirtschaftlich schwächeren Regionen leiden darunter die Teile der Gesellschaft, die ohnehin benachteiligt sind.

Der Arztbesuch oder der Weg zum Seniorentreff kann mit pflegebedürftigen Senioren eine echte Herausforderung sein. Zum Glück verfügt Leipzig über eine gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Senioren gibt es einen Sondertarif, der allerdings nur im Jahresabonnement erhältlich ist. Das lohnt sich für pflegebedürftige Senioren oft nicht, denn sie sind nur selten mit Bus oder Tram unterwegs. Wer noch fit genug für den einen oder anderen begleiteten Spaziergang ist, findet im Stadtgebiet viel Grün. Direkt im Stadtzentrum befindet sich der Johannapark, etwas weiter westlich bietet der Palmengarten ein Oase der Ruhe.

Altenpflege in Dortmund

Auch Dortmund hat eine beträchtliche Anzahl von Einwohnern: Rund 590.000 Menschen leben in der größten Stadt des Ruhrgebiets. Die Gruppe der Über-65-Jährigen macht derzeit 120.000 Menschen oder rund 20% aus. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist das schon ein hoher Wert. In einem Demografiebericht der Bertelsmann-Stiftung wird davon ausgegangen, dass dieser Anteil bis 2030 sogar auf 25% steigt. 2013 gab es in Dortmund etwa 17.000 Pflegebedürftige, eine Zahl die inzwischen deutlich angestiegen sein dürfte. Ein Großteil dieser Pflegebedürftigen sind Senioren. Etwa ein Drittel von ihnen wurde vollstationäre im Altenheim versorgt. 53 Pflegeheime mit mehr als 4.000 Beschäftigten kümmerten sich um rund 5.000 Bewohner. Ein Großteil der Pflege findet aber immer noch zu Hause statt. Fast 4.000 Pflegebedürftige wurden, durch 91 ambulante Pflegedienste versorgt. Die übrigen knapp 8.000 Personen wurden durch Angehörige versorgt. Oftmals holen sich die Angehörigen Unterstützung durch eine Pflegekraft aus Osteuropa, um eine 24 Stunden Pflege zu ermöglichen.

Wie sich die Altenpflege in Dortmund in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickelt, bleibt eine spannende Frage. Denn wie vielerorts in Deutschland haben Pflegedienste und Heimbetreiber mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel zu kämpfen. Erst kürzlich bescheinigten Lokalmedien der Stadt in dieser Hinsicht eine düstere Prognose. Nicht zuletzt aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen in der Pflege ist es nicht einfach, genügend Nachwuchs für die Pflegeausbildung zu finden. Oft müssen daher ungelernte Hilfskräfte in den Altenheimen eingesetzt werden, um die Lage einigermaßen zu bewältigen. Trotz verschiedener Gesetzesinitiativen, etwa um die Bezahlung von Pflegekräften zu verbessern, ist der Beruf in Städten wie Dortmund einfach nicht attraktiv genug, um ausreichend Fachkräfte anzuziehen.

Viele Menschen sind daher froh, wenn sie ihre Angehörigen zu Hause pflegen können. Dabei spielt das Wohnumfeld eine wichtige Rolle, denn je nach Verkehrsnetz und Stadtteilgestaltung können sich hier große Unterschiede bezüglich der Lebensqualität ergeben. Um beispielsweise Arztbesuche problemlos zu bewältigen, ist eine gute Verkehrsanbindung wichtig. Für den öffentlichen Nahverkehr innerhalb der Stadt Dortmund gibt es ein Seniorenticket der RLG, das mit 30 € monatlich deutlich günstiger ist als vergleichbare Angebote andernorts.

Im Zentrum von Dortmund gibt es leider nur wenig Grün. Im Bezirk Mitte befinden sich mit dem Stadtgarten und der Grünfläche Ostwall zwei eher bescheidene Grünanlagen. Etwas besser sieht es am Stadtrand aus, wo es mit dem Westfalenpark und dem Fredenbaumpark zwei große Parkanlagen gibt. Beide sind barrierefrei zugänglich und daher für begleitete Spaziergänge gut geeignet.

Altenpflege in Essen

Auch in Essen, der viertgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens, leben zahlreiche Senioren. Von 580.000 Einwohnern sind 127.000 im Alter von 65 Jahren oder höher. Laut Pflegestatistik des Jahres 2015 waren darunter auch 17.000 pflegebedürftige Senioren. Etwas mehr als 6.000 von ihnen waren in stationärer Pflege untergebracht. Einen besonders hohen Anteil von ihnen macht übrigens die Altersgruppe der 80- bis 95-Jährigen aus. Jüngere Senioren werden verhältnismäßig öfter von Angehörigen zu Hause gepflegt. Es werden aber durchaus auch Menschen im Alter von 90 Jahren oder mehr von den Angehörigen gepflegt. Das ist natürlich nur möglich, wenn es die familiäre und berufliche Situation zulässt. Häufig ermöglicht auch die Unterstützung durch eine Hilfskraft im Rahmen der 24 Stunden Pflege die Altenpflege in Essen im eigenen Zuhause. Rund 4.000 Menschen, die zu Hause betreut wurden, erhielten 2015 auch Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst.

Die Stadt Essen hat 2016 einen Seniorenförderplan beschlossen, mit dem es Menschen über 65 Jahren erleichtert werden soll, weiter in ihrer Wohnung oder in ihrem Viertel zu leben. Zu diesem Zweck werden sowohl bewährte Projekte als auch neue Initiativen finanziell gefördert. Auch ein Seniorentelefon gibt es in der Stadt, bei dem ältere Menschen Informationen und Beratung einholen können. Um den Anliegen von Senioren mit Demenzerkrankungen gerecht zu werden, haben sich verschiedene Berufsgruppen und Organisationen zum Netzwerk Demenz Essen zusammengeschlossen. Das Netzwerk möchte Menschen mit Demenz kulturelle Teilhabe ermöglichen und pflegende Angehörige entlasten. Auch die Parkanlagen der Stadt tragen dazu bei, dass Essen eine hohe Lebensqualität für Senioren bietet. In den letzten Jahrzehnten wurde das Stadtbild durch mehrere Begrünungsprogramme verschönert. Die Parks befinden sich zwar größtenteils etwas abseits des Stadtzentrums, in der Nähe des Hauptbahnhofs findet sich aber der Stadtgarten Essen, der 1877 die erste öffentliche Parkanlage in Essen war. Eine Erwähnung wert sind auch der Grugapark im Süden der Stadt und der Segeroth-Park im Stadtnorden.

In diesem Artikel lassen sich natürlich nur beispielhaft einige der zahlreichen deutschen Großstädte behandeln. Insgesamt zeichnet sich aber für die Deutschen Städte ein ähnliches Bild ab. So dürften bei der Altenpflege in Bremen ähnliche Probleme bei der Beschaffung von Fachkräften bestehen wie in Berlin. Auch die Altenpflege in Hannover wäre, ähnlich wie in den beschriebenen Städten, ohne die Unterstützung durch pflegende Angehörige völlig überlastet. Und die Altenpflege in Nürnberg wird ebenso wie in München durch den wirtschaftlichen Wohlstand der Region und das bayerische Landespflegegeld erleichtert. Während es im Großen und Ganzen also viele Ähnlichkeiten zwischen den deutschen Städten gibt, sind durchaus regionale Unterschiede zu verzeichnen. Diese sind vor allem von der Bevölkerungsstruktur, der Einkommenssituation der Haushalte und der Verfügbarkeit von Fachkräften abhängig. Wer sich mit der Pflege eines Angehörigen befasst, sollte also auf jeden Fall einige Daten und Fakten zu seiner Region einholen. Die Wahl der richtigen Pflegeform ist entscheidend dafür, dass geliebte Menschen ihre letzten Lebensjahre glücklich und in Würde verbringen.