Seniorenbetreuung Nachrichten

Mangelernährung

Wenn Menschen nicht gut ernährt sind, stellt das ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Erkennen Sie die Warnzeichen und erfahren Sie, wie Sie einem pflegebedürftigen Menschen helfen können, dass eine Mangelernährung vermieden wird.

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist wichtig und entscheidend für die Gesundheit. Viele Erwachsene, vor allen Dingen ältere Menschen, haben jedoch das Risiko, dass ihre Ernährung nicht ausreichend ist. Als Angehöriger oder Pflegekraft können Sie Anzeichen erkennen und eine ausgewogene Ernährung fördern.

Was ist eine Mangelernährung

Von einer Mangelernährung spricht man dann, wenn eine Person nicht genügend Nährstoffe, Vitamine und Energie aus der Nahrung aufnimmt und somit körperlich beeinträchtigt wird. Es entsteht dabei ein Abbau von Körpergewicht und aufgrund von Nährstoffmangel das Risiko besteht Krankheiten zu entwickeln.

Per Definition ist Untergewicht dann vorhanden, wenn der Body-Mass-Index (BMI) unter 18,5 besteht. Ein normales Gewicht bewegt ich zwischen 18 und 25 (BMI). Im Alter tritt eine Veränderung des Geschmacks und des Gewichts sowie mangelnder Appetit entstehen kann, erhöht sich das Risiko einer Mangelernährung.

Dabei kann man zwischen einer quantitativen und einer qualitativen Mangelernährung unterscheiden.

  • Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen nehmen nicht mehr genügend Nahrung zu sich, wodurch der Körper wenig Nährstoffe erhält und das Gewicht reduziert wird. Das Immunsystem erhält nicht mehr alle ernährungsbedingten Stoffe und funktioniert nicht mehr so, wie es sollte. Der Körper ist dadurch anfälliger für Krankheiten.
  • Doch auch die Qualität der Ernährung ist sehr wichtig. Besteht ein Mangel an Vitalstoffen, die lebenswichtig sind, wie Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine, wirkt sich das negativ auf die kognitiven und geistigen Fähigkeiten aus. Auch die Psyche kann dadurch beeinträchtigt werden.
  • Eine unzureichend ausgewogene Ernährung ist meistens der Grund dafür. Zuviel Weißmehl, Zucker und ein zu viel an Fleisch (vor allen Dingen aus der Massentierhaltung) sind meist der Grund, dass eine Mangelernährung entsteht. Um dies auszugleichen, sollten pflanzliche Eiweiße, Vollkorngetreide sowie viel Obst und Gemüse in die Ernährung aufgenommen werden.
  • Ebenso ist bekannt, dass ältere Menschen zu wenig essen, langsam eine Mangelernährung entwickeln. Es vollzieht sich nicht von einem Tag auf den anderen, aber wenn eine falsche Ernährung durch eine qualitativ schlechte Ernährung länger anhält, wird auch hier das Immunsystem negativ beeinträchtigt, was zur Folge hat, dass der geschwächte Körper Bakterien und Viren nicht mehr so gut abwehren kann und Infektionen können drohen. Dieser Zustand ist von außen nicht so ersichtlich, wie z. B. der Gewichtsverlust.

Es ist sogar möglich, dass eine fettleibige Person, deren Ernährung hauptsächlich aus „Fast Food“ besteht, unterernährt ist, weil dieser Art von Nahrung die Nährstoffe fehlen, die der Körper benötigt. Eine Mangelernährung kann auch zu einem Mangel an einem oder mehreren Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen essenziellen Substanzen führen. Beispielsweise kann ein Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure) auftreten, wenn eine Person zu wenig frisches Obst und Gemüse in die Ernährung einfügt. Dies kann zu sogenanntem Skorbut führen.

Mangelernährung kann eine Reihe von negativen Auswirkungen auf den Körper haben. Wenn Sie unterernährt sind, verlangsamt sich Ihr Körper und er funktioniert nicht mehr wie gewohnt.

Was sind die negativen Auswirkungen einer Mangelernährung

Typische Wirkungen einer Mangelernährung sind:

  • Abbau von Muskel- und Gewebemasse
  • Verminderung der Beweglichkeit und Ausdauer als Folge von Muskelschwund
  • Atembeschwerden, erhöhtes Risiko einer Entzündung der Atemwege
  • Wundheilung und Krankheitserholung von längerer Dauer
  • geschwächtes Immunsystem, erhöhtes Infektionsrisiko, längere Erholungszeit nach einer Infektion
  • Frieren aufgrund niedriger Körpertemperatur, da weniger Muskel und Gewebemasse vorhanden sind.
  • Durch die Mangelernährung besteht auch das Risiko, eine postoperative Komplikation zu entwickeln, wenn wegen einer anderen Erkrankung eine Operation nötig ist.
  • Es kann auch in einigen Fällen zu Gefühlen von Apathie (Gleichgültigkeit), Müdigkeit und Depression führen.

Welche Ursachen hat eine Mangelernährung

Mangelernährung wird durch einen Mangel an essenziellen Nährstoffen verursacht, was dazu führt, dass der Körper nicht mehr so effizient wie normal funktionieren kann. Ein Mangel an Nährstoffen im Körper kann durch eine Reihe von Umständen und Bedingungen verursacht werden.

  • eine unzureichende Ernährung, z. B. wegen Hals- oder Mundkrebs, Refluxerkrankung (GERD), was dazu führen kann, eine Dysphagie zu entwickeln, (Manche Menschen mit Dysphagie sind vollkommen unfähig zu schlucken), Erholung von einer Krankheit (z. B. Schlaganfall)
  • Magenbeschwerden und Verdauungsstörungen, wie Morbus Crohn oder Coitus Ulcerosa, die eine besondere Ernährung bedarf mit eventueller Verabreichung von Vitaminpräparaten.
  • Mobilitätsprobleme, die besonders bei älteren Menschen vorkommen, da sie Menschen darin hindern kann, in Lebensmittelgeschäfte zu gehen oder die Nahrung selbst zuzubereiten.
  • Durchfall und Erbrechen können auch dazu führen, dass dem Körper lebenswichtige Nährstoffe verloren gehen und in schweren Fällen Symptome einer Mangelernährung verursachen.

Welche Diagnose gibt es bei einer Mangelernährung

Es ist sehr wichtig, Mangelernährung so früh wie möglich zu erkennen, um eine Verschlechterung des Zustands zu verhindern und ein geeignetes Ernährungsprogramm für den Patienten zu entwickeln.

Wie schon erwähnt, kann man an dem Body-Mass-Index (BMI) feststellen, ob eine Mangelernährung vorliegt, der bei Senioren unter dem BMI von 20 als gefährlich einzuschätzen ist.

Doch dies alleine ist nicht ausreichend, sondern es sollte auch ein sogenanntes Screening (MNA) durchgeführt werden. Dieses Screening sollte im Rahmen einer Anamnese gleich nach der Aufnahme etwa in eine Pflegeeinrichtung erfolgen. Das Screening sollte regelmäßig in Abständen von drei Monaten, mindestens jedoch einmal jährlich wiederholt werden. Liegen Risiken oder Anzeichen einer Mangelernährung vor, so wird eine ausführliche Erfassung des Ernährungszustandes und aller beeinflussenden Faktoren empfohlen. Aus diesen Informationen lassen sich geeignete Therapiemaßnahmen ableiten.

Pflegedienst

Wie können Angehörige eine Mangelernährung erkennen

Die erste Möglichkeit, sich um jemanden mit einer Mangelernährung zu kümmern, besteht darin, die Anzeichen zu erkennen. Das Hauptsymptom der Mangelernährung ist ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust, der jedoch nicht immer offensichtlich ist. Einige andere Anzeichen, auf die Sie achten sollten, sind:

  • Ungewollter Verlust von 5 – 10 % ihres Körpergewichts (innerhalb von drei bis sechs Monaten)
  • Ihr Body-Mass-Index (BMI) fällt unter 18.
  • Kleidung, Gürtel und Schmuck werden mit der Zeit lockerer

Andere Symptome können sein:

  • verminderter Appetit oder mangelndes Interesse an Speisen und Getränken
  • chronische Müdigkeit
  • sich schwächer fühlen
  • schlechte Konzentration
  • oft kalt
  • schlechte Laune oder Depression

Wenn Sie diese Symptome bei einem geliebten Menschen bemerken, ermutigen Sie ihn bitte, ärztlichen Rat einzuholen.

Was sind die wichtigsten Behandlungsmethoden für Mangelernährung

Wenn bei einem geliebten Menschen Mangel- oder Unterernährung diagnostiziert wird, erhalten Sie möglicherweise Ratschläge von einem Arzt, die Sie zu Hause befolgen können. Alternativ können sie zur weiteren Unterstützung einen Ernährungsberater aufsuchen. Je nach Schwere der Mangelernährung können folgende Behandlungsformen empfohlen werden:

  • Ernährungsumstellung und Nahrungsergänzungsmittel
  • Menschen mit Mobilitätsproblemen bei der Zubereitung von Mahlzeiten helfen
  • Verwendung eines Lieferservice für Mahlzeiten zu Hause, um sicherzustellen, dass nahrhafte Speisen immer parat sind.
  • Eine medizinische Diagnose sollte über die Ursachen und die Schwere der Unterernährung gestellt werden.
  • Reden mit der betroffenen Person, über die Auswahl des Essens
  • Erstellung eines Essensplans
  • Schaffung einer angenehmen einladenden Situation beim Essen und am besten gemeinsam mit dem Betroffenen
  • Flüssigkeitsmangel vorbeugen durch eine große Getränkeauswa

Weitere Tipps bei Mangelernährung

  • Konsultieren Sie einen Arzt und lassen Sie sich über den Ernährungsbedarf beraten und besprechen Sie mögliche Ursachen, die dazu führen könnten ab, wie z. B. Probleme mit den Zähnen, die einen Einfluss auf die Ernährung haben könnten.
  • Ebenso können Medikamente Nebenwirkungen haben, die Appetitlosigkeit verursachen oder die Verdauung beeinträchtigen.
  • Führen Sie Tagebuch über die Nahrungsaufnahme

Welche Ernährungsempfehlung gibt es für eine Mangelernährung

Richtlinien für eine gesunde Ernährung fördern fett- und zuckerarme Lebensmittel. Patienten, die unterernährt sind oder ungewollt abnehmen, sind jedoch auf Fett und Zucker als konzentrierte Kalorienlieferanten angewiesen. Der Nutzen energiereicher Lebensmittel unter diesen Umständen sollte Patienten und Betreuern erklärt werden, um die Einhaltung zu unterstützen. Idealerweise sollten Fette herzgesund sein (Öle, Margarinen, Samen und Nüsse), wobei jedoch eine energiereiche Aufnahme im Vordergrund steht. Kalorien aus Butter, Sahne, Vollmilch und Käse können verwendet werden.

Allgemeine Vorschläge können sein:

  • Fördern Sie eine nahrhafte und ansprechende Ernährung. Gehackte Nüsse, Nussbutter, Weizenkeime, Eiweiß und Käse können den Mahlzeiten für einen zusätzlichen Nährstoffschub hinzugefügt werden. Kräuter und Gewürze können auch dazu beitragen, die Begeisterung von Senioren für das Essen zu steigern.
  • Planen Sie Snacks für zusätzliche Nährstoffe zwischen den Mahlzeiten ein.
  • Machen Sie Mahlzeiten zu sozialen Ereignissen, indem Sie Ihre Lieben zu den Mahlzeiten besuchen oder sie ermutigen, mit Freunden oder in Seniorenzentren zu essen.
  • Helfen Sie Senioren, sich regelmäßig zu bewegen, um den Appetit anzuregen und die Gesundheit zu verbessern.
  • Da sich der Magen älterer Menschen nicht mehr so gut dehnen kann und die Sättigung schneller einsetzt, werden meist nur kleine Portionen verzehrt. Viele kleine (Zwischen-)Mahlzeiten, die über den Tag verteilt werden, sind besser geeignet, als wenige große Mahlzeiten. Auch eine Spätmahlzeit (B. Joghurt, Milchdrink, Obst oder Käsewürfel) kann einer Unterversorgung vorbeugen.

Behandlung von schwerer Mangelernährung

Die Behandlung von Mangelernährung hängt von der Schwere ab und davon, ob Sie an Grunderkrankungen oder Erkrankungen leiden, die zu einer Unterernährung führen. Alle zugrunde liegenden Ursachen müssen angegangen werden.

Pflegedienst

Künstliche Ernährungsunterstützung

Bei schwerer Unterernährung kann eine künstliche Ernährung erforderlich sein. Die zwei wichtigsten Arten der künstlichen Unterstützung sind bekannt als:

Enterale Ernährung

Wenn eine Person eine Mangelernährung hat und weder essen noch trinken kann, benötigt diese möglicherweise eine spezielle Flüssigdiät, die über eine Sonde direkt in Ihren Magen eingeführt wird. Dies wird als enterale Ernährung bezeichnet.

Parenterale Ernährung

Möglicherweise ist es nicht möglich, Nährstoffe direkt in Ihren Magen oder Dünndarm aufzunehmen. In diesem Fall kann eine sterile Flüssigkeit empfohlen werden, die über einen Schlauch in Ihr Blut verabreicht wird. Dies wird als parenterale Ernährung bezeichnet.

Überwachung des Fortschritts

Im Rahmen Ihrer Behandlung von Mangelernährung überwacht der zuständige Arzt regelmäßig die Fortschritte, um sicherzustellen, dass die richtige Menge an Kalorien und die richtige Ernährung aufgenommen werden, um den Ernährungsbedarf zu decken.

Wenn die Ernährung durch eine Sonde künstlich unterstützt wird, wird diese Ernährungsmethode beendet, sobald feste und flüssige Nahrung normal zu sich genommen und verdaut werden kann.

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Entlastungsbetrag

Immer mehr pflegebedürftige Menschen werden von Ihren Angehörigen gepflegt. Das ist nicht nur eine psychische und physische Herausforderung, sondern auch finanziell brauchen Angehörige Unterstützung. Neben dem Pflegegeld, das der Pflegebedürftige beantragen kann, gibt es zusätzlich den sogenannten Entlastungsbetrag.

So haben Pflegebedürftige die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag, der sich auf 125 Euro im Monat beläuft, zu erhalten. Auch wenn ein Pflegebedürftiger nur den Pflegegrad 1 erhält, hat dieser den Anspruch auf einen Entlastungsbetrag.

Auf das ganze Jahr gerechnet ergibt das eine Summe von 1500 Euro und kann monatlich als Zuschuss von 125 Euro verrechnet werden.

Der Entlastungsbetrag darf jedoch nur mit für den damit verbundenen Zweck der Pflege verwendet werden. Er dient vor allen Dingen dazu, die Angehörigen zu entlasten und den Alltag des Pflegebedürftigen zu erleichtern.

Alle Pflegebedürftigen, die mindestens einen Pflegegrad 1 besitzen, können den Entlastungsbetrag verwenden. Wer einen höheren Pflegegrad besitzt, kann diesen zusätzlich für Pflegeleistungen verwenden.

Falls der Betrag von 125 Euro nicht verbraucht wird, ist dies auf die folgenden Monate aufzurechnen. Ebenso können Beträge, die zum Ende des Jahres nicht genutzt werden, auf weitere darauffolgende 12 Monate übertragen werden. Weiterlesen

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Der medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK)

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) wird bei Eintreten einer Pflegebedürftigkeit beauftragt, um eine qualifizierte Begutachtung des Betroffenen durchzuführen. Diese werden durch unabhängige Gutachter durchgeführt.

Weiterhin hat der MDK eine unterstützende und beratende Funktion für die Krankenkasse bei Angelegenheiten, die sich unter anderem um die Pflege drehen.

Jeder gesetzlich Versicherte sollte die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten. Um dies zu beurteilen und zu erhalten, hat der medizinische Dienst der Krankenkasse die Aufgabe unterstützend beim Beurteilen durch Fachwissen der Pflege zu gewährleisten. Weiterlesen

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Verhinderungspflege

In Deutschland pflegen vor allen Dingen die Angehörigen Ihre pflegebedürftigen Liebsten. Eine schwere Aufgabe, die diese oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Wenn diese ausfallen, können an Ihre Stelle Pflegekräfte treten oder andere Vertretungspersonen. In der deutschen Pflegeversicherung gibt es mehrere Begriffe, die oftmals unklar sind, wie z. B. der Begriff “Verhinderungspflege”. Der Begriff ist im Sozialgesetzbuch § 39 (SGB XI) definiert und regelt die Auszahlung, Dauer und Voraussetzungen, eine Verhinderungspflege bzw. Ersatzpflege zu erhalten.

Viele Angehörige wissen manchmal gar nicht, dass Ihnen per Gesetz eine Leistung zusteht, in der sie sich eine Auszeit nehmen können, egal ob sie diese stundenweise, tageweise oder über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Besonders aber für Angehörige ist dies sehr wichtig, nicht wenige von Ihnen laufen Gefahr durch die Pflege Ihrer Liebsten überfordert zu werden und gesundheitliche Probleme zu bekommen.

Was ist eine Verhinderungspflege

Wenn eine Person, die die Pflege von Pflegebedürftigen übernimmt, hat sie auch Anspruch auf Urlaub und ist somit verhindert, die Pflege für diese Zeit zu übernehmen. Aber auch durch Krankheit oder aus anderen Gründen kann eine Pflegekraft ausfallen. Wenn dies der Fall ist, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer anderen Person, die als Ersatz dient. Dies ist bis zu 6 Wochen im Jahr möglich. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Pflegegrad 2 besteht, die Pflege bereits über 6 Monate geleistet wurde und diese in dem persönlichen Umfeld des Pflegebedürftigen stattgefunden hat.

Doch nicht nur bei Urlaub oder Krankheit kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden, manchmal ist der Pflegende durch andere private Gründe verhindert, sei es ein Trauerfall in der Familie oder einfach nur, um einen Tag frei zu haben. Der Grund muss bei dem Antrag nicht angegeben werden, sondern nur der Anspruch geltend gemacht werden.

Der Anspruch entfällt natürlich, wenn die pflegebedürftige Person nur über den ambulanten Pflegedienst pflegerische Dienstleistungen erhält.

Kann eine Verhinderungspflege auch stundenweise in Anspruch genommen werden

Nicht nur ein Urlaub über einige Woche kann durch die Verhinderungspflege abgedeckt werden, sondern auch ein kleinerer Zeitraum ist möglich, auch stundenweise.

Dies ist besonders wichtig, um Auszeiten für den Pflegenden zu schaffen, um Freundschaften aufrechtzuhalten und sich Entspannung zu gönnen. Ein Besuch im Restaurant oder Hobbys nachgehen zu können, sind nur Beispiele an einer breiten Palette von Gründen, eine Pause vom stressigen Pflegealltag zu machen.

Wer kann die Verhinderungspflege übernehmen

Wenn eine Pflegekraft, wie z. B. ein Angehöriger ausfällt oder Urlaub braucht, kann die Pflege für diesen Zeitraum (maximal 6 Wochen) übernommen werden. Dies kann durch einen ambulanten Pflegedienst geschehen oder auch durch Nachbarn, Freunde, Bekannte und Verwandte (diese jedoch ab dem 3. Grad).

Die Verhinderungspflege kann nicht durch Verwandte des 1. und 2. Grades in Anspruch genommen werden und auch nicht durch verschwägerte Personen. Ebenso wenig kann jemand die Pflege übernehmen, wenn dieser in dem gleichen Haushalt mit dem Pflegebedürftigen lebt.

Jedoch können nahe Angehörige Verdienstausfall oder Fahrtkosten geltend machen, was jedoch nachgewiesen werden muss, z. B. wenn Kinder eine weite Strecke zurücklegen müssen, um zu Ihren pflegebedürftigen Eltern zu fahren oder unbezahlten Urlaub nehmen müssen, um die Pflege zu übernehmen und dabei einen Verdienstausfall haben.

Wie hoch sind die Leistungen der Verhinderungspflege

Wenn die Pflege durch einen Angehörigen, der den 2. Grad miteinschließt oder durch jemanden, der mit dem Pflegebedürftigen zusammen in einem Haushalt lebt, dann können die Kosten nur bis zu dem 1,5-Fachen des Pflegegeldes erstattet werden. Wenn jedoch Ausgaben entstehen, die als notwendig gelten, wie z. B. Fahrkosten oder Verdienstausfall, kann bis zu 1612 € geltend machen, was allerdings belegt werden muss.

Ansonsten gilt ein Betrag von 1612 €, der erstattungsfähig ist und gilt für 6 Wochen im Jahr.

Wird das Pflegegeld während der Verhinderungspflege weiterbezahlt

Das Pflegegeld wird vom Pflegebedürftigen weiterhin bezogen, wenn diese die Ersatzpflege in Anspruch nimmt. So wird zum Pflegegeld auch die Leistung der Verhinderungspflege zusätzlich gezahlt, jedoch nur zu 50 Prozent. Es gilt dabei, dass der erste und der letzte Tag an denen Verhinderungspflege bezogen wird, das Pflegegeld voll vergütet wird.

Beispiel: Eine pflegende Person wird für 10 Tage krank. In dieser Zeit bekommt der Pflegebedürftige als Ersatz eine Verhinderungspflege. Der Pflegebedürftige hat Pflegegrad 3 und erhält 545 € im Monat. Das Pflegegeld wird am ersten und am letzten Tag voll übernommen, d. h. 2/30 von 545 €. An den anderen 8 Tagen wird nur die Hälfte des Pflegegeldes gewährt, d. h. 50 Prozent von 545 Euro = 272,50 € x 8/30.

Tipp: Das Pflegegeld wird nicht vermindert, wenn es sich um eine stundenweise Verhinderung  handelt, sofern die Ersatzpflege nicht länger als 8 Stunden benötigt wird.

Falls eine pflegebedürftige Person Pflegesachleistungen erhält, werden diese weiterbezahlt, wenn eine Ersatzpflege in Anspruch genommen wird.

Pflegedienst

Ist für die Verhinderungspflege ein Antrag nötig

Es ist nicht zwingend notwendig, Verhinderungspflege im Voraus zu beantragen. Sie können die Leistung nachträglich geltend machen. Es ist jedoch ratsam, einen Antrag im Vorfeld stellen, da die Pflegekassen Ihnen mit Rat zur Seite stehen können, wenn noch Unsicherheiten bestehen, was die Dauer und die Leistung betreffen.

Der Antrag auf Verhinderungspflege wird der bei der zuständigen Krankenkasse gestellt, bei der der Pflegebedürftige versichert ist. Einige Krankenkassen haben diesen Antrag online zur Verfügung gestellt, den Sie downloaden und ausdrucken können.

AOK: https://www.aok.de/pk/fileadmin/user_upload/AOK-Nordost/05-Content-PDF/Antrag-Verhinderungspflege.pdf

DAK: https://www.dak.de/dak/download/antrag-verhinderungspflege-2111560.pdf

Knappschaft: https://www.knappschaft.de/SharedDocs/Downloads/DE/Formulare/Pflegeversicherung/AntragVerhinderungspflege_15714.pdf?__blob=publicationFile&v=12

Wie kann ich Verhinderungspflege rückwirkend geltend machen

Sie können, wie oben schon erwähnt Ersatzpflege rückwirkend geltend machen. Der Antrag dafür ist nicht zwingend notwendig. Sie können dies sogar bis zu 4 Jahre rückwirkend beantragen. (§ 45 SGB).

Welche Leistungen können von der Verhinderungspflege übernommen werden

Prinzipiell können die grundpflegerischen Leistungen, sowie auch haushaltswirtschaftliche Leistungen bei der Verhinderungspflege beansprucht werden. Da eine medizinische Pflege (Behandlungspflege) von einem Arzt verordnet wird und von professionellen Pflegekräften durchgeführt werden müssen, wird dies nicht als Verhinderungspflege eingeordnet. Die Kosten für die Behandlungspflege werden durch die Krankenkassen übernommen.

Gibt es für die Verhinderungspflege einen vorgeschriebenen Stundenlohn

Für die Verhinderungspflege gibt es definitiv keine Vorschriften für den Stundenlohn. Der Mindestlohn sollte jedoch gezahlt werden. So kann das Budget von 1612 € im Jahr aufgeteilt werden. So wird der Stundenlohn individuell gezahlt. Er sollte angemessen für die zu erledigende Pflege sein. Besprechen Sie immer vorher den Betrag mit der Person, die die Verhinderungspflege ausführen soll.

Wie kann die Verhinderungspflege abgerechnet werden

Wie schön erwähnt, kann die Verhinderungspflege tageweise oder auch stundenweise verrechnet werden. Um die Beträge von der Pflegekasse erstattet zu bekommen, ist es notwendig, dass Sie alle Quittungen und Rechnungen aufheben, um diese geltend zu machen. Sie können vorsichtshalber auch Kopien machen, um die Belege auch für sich selbst zu haben, falls Ungereimtheiten entstehen. Wenn ein Pflegedienst die Pflege übernimmt, rechnet die Pflegekasse direkt mit dem Pflegedienst ab. Es können auch eventuell entstandenes Geld für Fahrten oder Arbeitsausfall geltend gemacht werden.

Sie können bis zu 4 Jahre rückwirkend einen Antrag auf Erstattung stellen, falls die notwendigen Belege dafür vorhanden sind.

Falls der Betrag nicht genutzt wird, wird er nicht auf das nächste Jahr aufgerechnet, so stehen jährlich 1612 € zu Verfügung.

Pflegedienst

Zusammenlegung von Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege

Geplant ist durch eine neue Pflegereform, dass es die Möglichkeit geben soll, die Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege zusammenzulegen und ein sogenanntes Entlastungsbudget entstehen, das dem Angehörigen ermöglicht, selbstbestimmter über die Leistung verfügen können. So können Angehörige laut dem Entlastungsbudget, das 3300 Euro jährlich beträgt, für eine stundenweise Verhinderungspflege 40 Prozent des Gesamtbetrages nutzen können.

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Pflegende Angehörige

Durch den demografischen Wandel nimmt die Pflegebedürftigkeit in Deutschland zu und die Tendenz ist weiterhin steigend. Da die Menschen immer älter werden, nehmen jedoch leider auch gesundheitliche Einschränkungen zu. Nicht nur das Älterwerden, auch ein Unfall kann dann dazu führen, dass eine Person pflegebedürftig wird.

Der Großteil von pflegebedürftigen Menschen möchte am liebsten zu Hause gepflegt werden, an dem Ort, an dem man sich geborgen und sicher fühlt. So lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden zu bleiben, die gewohnte Umgebung, all die Erinnerungen, Freunde und Nachbarn in der Nähe zu haben und natürlich auch die Angehörigen steht für die meisten Pflegebedürftigen im Vordergrund.

In Deutschland werden ca. 70 Prozent der Angehörigen zu Hause gepflegt, da der Großteil dem Wunsch nach kommen und versuchen, es Ihren Liebsten so angenehm wie möglich zu machen. Dies stellt jedoch eine große Herausforderung dar, da dies die Lebensplanung verändert und kraftaufwendig ist. Weiterlesen

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Blasenkatheter

Blasenkatheter

Eine Marktübersicht von Blasenkathetern wurde im Jahr 2020 auf über 4,5 Milliarden USD geschätzt mit einer wachsenden Rate. Weltweit gibt es eine Zunahme von Patienten, die an Harnwegsinfektionen leiden, Blockaden in der Harnröhre und zunehmenden Tumoren. Auch ist der demografische Wandel ein Grund dieses Wachstums, da ältere Menschen dazu neigen, Probleme mit der Blase zu entwickeln.

Harninkontinenz ist eine Erkrankung, die ständig zunimmt, besonders im zunehmenden Alter. Leider leiden viele Menschen an einer Schwächung der Blasenmuskulatur und haben deswegen Probleme mit der Kontrolle der Blase und chronische Nierenerkrankungen. Ein Blasenkatheter kann dabei Abhilfe schaffen. Weiterlesen

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Intensivpflege

Intensivpflege

Intensivpflege gehört als Teilbereich zu der Krankenpflege und Behandlungspflege. Dies kann entweder stationär oder auch zu Hause als ambulante Intensivpflege stattfinden. Dieser Bedarf ist stets steigend, da sich im Laufe der Zeit, die Lebenswahrscheinlichkeit erhöht hat und somit die damit einhergehenden Erkrankungen. Ebenso ist der Intensivpflegebedarf dadurch erhöht.

Unter bestimmten Umständen, die lebensbedrohlich werden können, muss die Versorgung und Pflege von Patienten dementsprechend ausgerichtet werden. Bei einer Intensivpflege handelt es sich größtenteils um Menschen, die 24 Stunden gepflegt und betreut werden müssen. Eine professionelle Betreuung ist dafür die Voraussetzung. Weiterlesen

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Rechtliche Betreuung – Gesetzliche Betreuung

Es kann leider jeden von uns treffen, durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit, sodass es notwendig ist, eine Betreuung zu erhalten. Wenn jemand nicht mehr fähig ist, seine Angelegenheiten zu regeln und sich nicht mehr selbst versorgen kann. Wer in dem Fall keine Angehörigen hat, bzw. keine Vorsorgevollmacht, wird insofern geholfen, dass ein rechtlicher Betreuer eingesetzt wird, um die Angelegenheiten zu regeln, die der Betroffene nicht mehr selbstständig ausführen kann.

Am 01.01.1992 wurde im Betreuungsgesetz des Bürgerlichen Gesetzbuches, die sogenannte rechtliche Betreuung verankert. So wurde die persönliche Betreuung definiert, eine Person, die sich, wenn möglich persönlich um die Bedürfnisse und Wünsche des zu Betreuenden annimmt. Dies wurde jedoch 01.01.1999 wieder geändert, indem nicht mehr die persönlichen Bedürfnisse, sondern die rechtliche Vertretung vorrangig ist, sowie die Betreuung und Organisation der Angelegenheiten des Betroffenen.

So regelt die gesetzliche Betreuung nach § 1896 Bürgerliches Gesetzbuch die Betreuung von Menschen, die eine psychische Krankheit oder körperlich, geistig oder auch seelisch beeinträchtigt sind. Ein Betreuer kann nur dann zum Einsatz kommen, wenn eine Person ganz oder teilweise nicht mehr in der Lage ist, die Angelegenheiten alleine zu bewältigen. Weiterlesen

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Seniorenzentrum

Der Name Seniorenzentrum hat verschiedene Bedeutungen. Viele Gemeinden führen unter dem Namen eine Begegnungsstätte für ältere Menschen, in denen sie Rat für alle möglichen Themen erhalten, wie Rente, Pflege etc. Es werden Ausflüge organisiert und Treffen zwischen älteren Menschen angeboten, um sich gegenseitig auszutauschen und soziale Kontakte zu knüpfen.  Je nach Einrichtung werden auch Speisen angeboten, Spiele gespielt, Bastelangebote gemacht oder Theater etc. aufgeführt. Es wird auch Seniorentreff genannt.

Hauptsächlich wird er jedoch als Begriff für ein Wohnzentrum für Senioren oder als Pflegeeinrichtung verwendet.

Wir treffen bei der Altenpflege und Seniorenbetreuung immer wieder auf den Begriff „Seniorenzentrum“. Im Allgemeinen handelt es sich bei einem Seniorenzentrum um eine Form, die aus betreutem Wohnen, sowie zusätzlichen Dienstleistungen und Pflegeleistungen. Weiterlesen

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Pflegetagebuch

Mit einem Pflegetagebuch haben sie ein gutes Hilfsmittel an ihrer Seite, das dem Gutachter des medizinischen Dienstes gute Einblicke in die Pflegebedürftigkeit erhält, indem Sie den zeitlichen Aufwand der Pflege eines Pflegebedürftigen notieren. Die Zeit für verschiedene Pflegeschritte ist von Bedeutung für den Gutachter für die Einstufung des Pflegegrades. Da der Gutachter nur eine kurze Zeit einen Einblick in den Pflegealltag hat, ist der Pflegeaufwand meist viel höher, als dieser dies in dem kurzen Zeitraum erfassen kann. Weiterlesen

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